BZ 34 - Weihnachten 2000


Flächennutzungsplan und Landschaftsplan

In unserer letzten Ausgabe versprachen wir, Sie über die Entwicklung des Landschaftsplanes und des neuen Flächennutzungsplanes weiter zu informieren.
Mittlerweile haben weitere Ausschuss- und Gemeinderatssitzungen stattgefunden, in denen sich die Bürger über den Stand der Planungen informieren konnten. Institutionen öffentlicher Belange sind genauso informiert worden und haben ihre Gedanken und Vorschläge einbringen können. Allerdings nimmt die Diskussion in der Öffentlichkeit Formen an, die zu einer sachlichen Darstellung der Pläne auffordern.
Nachdem seit 1996 an der Erstellung des 1. Landschaftsplanes und des neuen Flächennutzungsplanes gearbeitet wird, der Bebauungsplan Nr.2 1999 vollendet war ( An der Grüpp, Achterndieck, Ploogkamp und der östliche Teil der Gustav-Augustin-Straße, erstellt 1980 zu Uwe Arps Zeiten als Bürgermeister), stellte sich den Gemeindevertretern die Frage, wo man in Zukunft noch Bauplätze in Borsfleth ausweisen könnte. Die Gemeindevertretung diskutierte bereits seit 1999 mehrere Varianten, die alle aus den verschiedensten Gründen verworfen werden mussten. Ende 1999 ergab sich im Rahmen des Verkaufs von 3 landwirtschaftlichen Grundstücke im Büttel mit zusammen ca. 8,9ha die Möglichkeit, dem Besitzer ein Angebot zum Erwerb der Grundstücke zu unterbreiten. Die Gemeinde war nur einer der Bieter, hat sich aber am Ende mit ihrem Angebot durchgesetzt. Die jetzige Gemeindevertretung sieht auf den Flächen der 3 Grundstücke langfristig (in den nächsten 20 bis 25 Jahren) Entwicklungsmöglichkeiten im Rahmen der Baulandausweisung. Heute gibt es noch keine konkreten Baupläne; die Gemeinde Borsfleth betrachtet diese Flächen als Bevorratung von Bauland. Im neuen Flächennutzungsplan sind ein Teil von 3,5ha der 8,9ha als Bauland ausgewiesen. Im übrigen wird es selbst bei der erstmöglichen Einleitung der Bauplanung mindestens 4 bis 5 Jahre bis zum ersten Spatenstich dauern. Über die Einleitung einer Bauplanung ist im Gemeinderat noch nicht beraten worden. Weiterhin wurden Flächen im Bereich Ivenfleth als Gewerbegebiet ausgewiesen, um der Firma INDAG eine Erweiterung zu ermöglichen.
Im November dieses Jahres hat die Gemeindevertretung den Flächennutzungsplan und den Landschaftsplan in die nächste Stufe des Genehmigungsverfahrens eingebracht. In den Landschaftsplan gehen all diese Änderungen mit ein - allerdings werden auch ökologische und landschaftsplanerische Aspekte mit berücksichtigt. Im Rahmen dieser Maßnahmen wurde der Bereich Borsflether Außendeich als besonders geeignete Fläche für Maßnahmen- und Ausgleichsflächen im Rahmen des Verbundsystems für Naturschutz im Bereich der Störniederungen ausgewiesen. Dabei ist es wichtig zu wissen, dass die momentane Nutzung der landwirtschaftlichen Flächen nicht eingeschränkt wird - hier gilt Bestandsschutz für die betroffenen Landwirte.
Armin Stern


Borsflether Dörpstheater

Die Premierenvorstellung im "Aukrug" ist für Samstag, den 27. Januar 2001 geplant. Die folgenden Vorstellungstermine sind:
  • Sonntag, den 28.01.2001
  • Freitag, den 02.02.2001
  • Samstag, den 03.02.2001 und
  • Sonntag, den 04.02.2001.
  • Weitere Vorstellungen sind im März 2001 vorgesehen
Die Proben und Vorbereitungen des Dörpstheaters für die 8. Spielzeit sind zur Zeit wieder in vollem Gange. Die Theatergruppe studiert in diesem Jahr den plattdeutschen Schwank "Roland shall flegen" von Hans Gnant ein.
Auch die Sketschgruppe ist wieder mit von der Partie. Die 5 Damen unter der Leitung von Elke Wriedt möchten mit dem plattdeutschen Kurzstück "De Feudelswingers" das Publikum erfreuen
Ab 02. Januar 2001 sind Eintrittskarten für alle Veranstaltungen im "Aukrug" bei Thorsten Brüggmann erhältlich.
Wir empfehlen allen interessierten Borsflether Bürgern, sich gleich Anfang Januar Karten zu sichern, da sie begrenzt und erfahrungsgemäß schnell vergriffen sind.
Das Dörpstheater freut sich schon auf die neue Spielzeit und auf ihr treues, begeisterungsfähiges Publikum.
Heike Dose


Spende statt Feier

Unverhofft kommt oft - ein Schnack, der am 12. Oktober 2000 den Kindern der Borsflether Kindergärten und ihren Betreuern Anlass zu einer kleinen Feierstunde gab. <
Der Grund - eine Pensionierung, allerdings nicht im Kindergarten, sondern bei der Sparkasse in Steinburg. Deren langjähriger Leiter der Filialdirektion Krempe Dietmar Wriedt ging nach 44-jähriger Tätigkeit im Sparkassenbereich in den Ruhestand.
Nun würde ein jeder, nach einer so langen Zugehörigkeit zu einer Firma, eine Verabschiedung mit Kollegen und Freunden gerne feiern. Dietmar Wriedt besann sich eines Anderen - er verzichtete zu Gunsten eines guten Zweckes auf eine offizielle Verabschiedung. Statt dessen stellte die Sparkasse in Steinburg Dietmar Wriedt den Betrag von 4800DM als Spende zur Verfügung.
Dietmar Wriedts soziales Engagement verteilte sich auf die 4 Kindergärten in Borsfleth und Krempe, also an den Orten seines beruflichen und privaten Wirkens. So kam es, dass Dietmar Wriedt zu einer Rundreise durch die Kremper Kindergärten "Am Freibad" und "Birkenweg" sowie die beiden Borsflether Kindergärten an der "Rotdornallee" und "Lebenshilfe im Pastorat" startete.
Er besuchte die beiden Borsflether Kindergärten am 12. Oktober 2000. Gemeinsam begrüßten die Kinder beider Kindergärten Dietmar Wriedt mit einem Lied, bevor es zur anschließenden Scheckübergabe kam. Beide Kindergärten erhielten einen Scheck über 1200DM.
Für soviel Engagement ein herzliches Dankeschön an Dietmar Wriedt.
Armin Stern


Leserbrief

Im Winter 1992/93 bin ich zuerst im kleinen Außendeich gewesen und habe am Wegesrand die abgebrochenen und abgewehten Äste von den Bäumen aufgesammelt. Die meisten aber lagen in den Gräben rechts und links des Weges. Es war ziemlich mühsam, sie da heraus zu holen, da an manchen Stellen recht viele und große Äste lagen. Ich habe sie dann mehrfach durchgesägt und in meine Handkarre gestapelt.
Dann habe ich die meistens recht voll geladene Karre nach Hause gezogen und das Holz in einem Schuppen gelagert. Wir heizen ja noch mit Holz und Briketts in einem Herd und zwei Öfen. Ich habe somit bei kaltem Winterwetter 2 Dutzend Karren aus den Gräben herausgeholt, denn es war ja auch kein schöner Anblick mehr für die Spaziergänger des Weges. Auch das Wasser konnte wieder besser durch die Gräben fließen. Im Winter 1993/94 habe ich dann im Bereich der großen Stöpe die Gräben leer geräumt. Auch beim Sportplatz bin ich gewesen und habe dann die volle Karre mühsam den Deich hochgezogen. Im Winter 1994/95 wurde dann von mir hier vorne der Eltersdorfer Weg von vielen Ästen im Graben auf der rechten Seite befreit. In den letzten 5 Jahren war ich auch vereinzelt 'mal am Altendeich, Borsflether Wisch und am Elters-dorfer Weg von Schüder bis kurz vor Krempe.
Nach eigenen Notizen habe ich somit ganze 46 Handkarren in den 8 Jahren mit Ästen nach Hause geschafft. Es sind gut 12 Kubikmeter gewesen. Alle Landwirte und die Gemeinde Borsfleth können sich über diese Arbeit freuen, sonst müssten diese die Äste selber beseitigen, oder sie wären dort verfault.
Mit freundlichem Gruß Manfred Timm


Wo sind sie geblieben?

Wie wir uns erinnern, fand anlässlich des Dorffestes am Freitag, dem 21. Juli am Kesseldeich ein Luftballonstart statt. Da stellt sich ja die Frage:"Wo sind sie geblieben?" - die Borsflether Luftballons.
Hier folgen nun die absoluten Gewinner: Soltau, Bergen, Doren, Moisburg, Fintel, Witzendorf, Drestedt und Neuwulmstorf.
Mario Mester


Der Elternbeirat beschließt ...(Weiteres und Amüsantes aus dieser Zeit

1946 nach längerer Aussprache, dass er auf die Eltern einwirken will und dass auch die Kinder durch die Lehrer dazu angehalten werden sollen:
  1. Bei eintretender Dunkelheit soll kein Kind mehr draußen spielen,
  2. Der Kinobesuch im Dorf um 20.00 Uhr ist für Schulkinder verboten,
  3. Höflichkeit der Kinder soll bei jeder Gelegenheit gefordert und immer wieder gelehrt werden.
Michael Boldt


Bericht von der LSE Amt Herzhorn

Mein folgender Bericht beschränkt sich auf Aussagen zur Gemeinde Borsfleth. In Borsfleth wurden folgende Projekte für eine Umsetzung in einer nachfolgenden Dorfentwicklung vorgeschlagen (siehe auch BZ 33):
Für den gesamten Amtsbereich Herzhorn und Glückstadt soll ein Radwanderwegenetz mit 3 Rundtouren ausgewiesen werden. Die Route 1 führt durch Borsfleth und zwar durch die Ortsteile und Straßen Ivenfleth, Dorfstraße, Schulstraße, Carl-Lensch-Straße, Im Kloster, Wischdeich, Borsflether Wisch und Eltersdorfer Weg bis nach Krempe. Auf dieser Route soll auf Borsflether Sehenswürdigkeiten (Jachthafen, Verlathschleuse, Kirche, Pastorat und altes Schulhaus), Gaststätten ("Zur Störmündung" und "Zum Aukrug") und Einkaufsmöglichkeiten ("Krämer ut Borsfleth", "Zur Alten Schmiede" und Ferienhof Hellmann) durch Beschilderung hingewiesen werden.
Um das zukünftige touristische- und Freizeitangebot in Borsfleth zu verbessern, soll ein Ausbau für das Wasserwandern mit Kanus und Paddelbooten in der Krempau erfolgen. Folgende Maßnahmen sollen dafür durchgeführt werden:
  • Anlegestelle und Rastplatz in Borsfleth
  • Beseitigung des ehemaligen Wehres "Borsflether Mühle", um eine Durchfahrt nach Krempe zu ermöglichen
  • Anlegestelle und möglicher Kanuverleih an der IG-Metallscheune in Borsfleth, Eltersdorf 5
Für den Jachthafen in Ivenfleth soll eine befestigte Zufahrt geschaffen werden und eine Erweiterung der Liegeplatzanlagen hergestellt werden.
Um die alte, ortsübliche und historische Bausubstanz zu erhalten, sollen Reetdachsanierungen mit 40% und Fassadensanierungen mit 30% bezuschusst werden. Aus der Gemeinde Borsfleth liegen zur Zeit 12 Anträge mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von 450 000,-DM vor (Amtsweit 88 Anträge mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von 3,2 Millionen DM).
Ein Leitprojekt der LSE ist die IG-Metallscheune auf dem Grundstück Eltersdorf 5. Hier soll ein Innenausbau erfolgen mit Internet-Cafe mit 6 PC. einem größeren Veranstaltungsraum mit Bühne, ein gemütlicher Aufenthaltsraum, Bastelecke, Musikraum, Mehrzweckraum und sanitäre Anlagen. Die Scheune soll nach dem Ausbau für Jugend- und Kulturveranstaltungen genutzt werden. Hierzu wurde ein Förderverein gegründet. Als erste Maßnahme soll das Internet-Cafe mit 6 PC geschaffen werden und der Lehmfußboden im Veranstaltungsraum soll durch Fliesen ersetzt werden.
J. Dittmer


Bericht der Borsflether Johannisgilde

Die Geschäftsjahre 1999 und 2000 verliefen für die Johannisgilde sehr erfreulich. Die Gesamtversicherungssumme konnte weiter erhöht werden und die Mitgliederzahl ist im Distrikt Borsfleth um 12 Mitglieder gestiegen. 20% aller Haushalte in Borsfleth haben zur Zeit ihren Hausrat bei der Borsflether Johannisgilde versichert. Der Rücklagenstand der Gilde konnte in den letzten 5 Jahren von 140 000,- DM auf 230 000,-DM erhöht werden. Die Johannisgilde bietet allen Borsflethern den Versicherungsschutz für: Hausratversicherung VHB92, Schutz für ihren gesamten Hausrat einschließlich Wertsachen zum Wiederbeschaffungswert gegen Feuer, Einbruchdiebstahl, Raub, Leitungswasser und Sturmschäden; zum Beispiel: Versicherungssumme 100 000,-DM zu 1,6%o inkl. 14% Versicherungssteuer = 182,40 DM Jahresbeitrag.
Für alle Jahresbeiträge wurde in den letzten 3 Jahren ein Rabatt von 10% gewährt. Bei dem sehr guten Rücklagenstand der Gilde kann dieses auch im kommenden Jahr fortgesetzt werden. Die Arbeit wird ehrenamtlich geleistet und von einer Vertauensperson in Ihrer Region betreut. Die Schadensregulierung erfolgt unbürokratisch und spontan. Die Borsflether Johannisgilde hat eine alte Tradition in Borsfleth, die bis in das Mittelalter reicht. Das alte Wort "Gild" bedeutet Vergeltung, sinngemäß Wiedergutmachung auf Gegenseitigkeit. Die Gilde ist eine Genossenschaft, die ihre Mitglieder durch moralische und rechtliche Verpflichtungen zu einer brüderlichen Gemeinschaft verbindet.
Alle Borsflether, die ihren Hausrat bei der Borsflether Johannisgilde versichern lassen wollen, wenden sich bitte an den Ältermann Peter Mohr, Büttel 62 oder an den Geschäftsführer Johann Dittmer, Eltersdorf 5.
J. Dittmer


Wussten Sie schon,...

...dass die Borsflether Totengilde von 1923 auch Neubürger in die Gilde aufnimmt? Sie ist immer noch aktiv und pflegt die alte Tradition. Doch leider wird die Mitgliederzahl von Jahr zu Jahr weniger da Neuzugänge fehlen. Die Gilde ist eine Familienversicherung und beruht auf Gegenseitigkeit. Es werden je nach Bedarf Umlagen gesammelt bzw. nach Vorlage einer Abrufvollmacht vom Konto abgebucht. Dies geschieht ca. zweimal im Jahr. Der Betrag ist sehr gering. In einem Sterbefall zahlt die Gilde 250,- DM für einen Erwachsenen und das sofort ohne größere Umstände. Wenn Sie Interesse haben, als Neu- oder Altbürger diese Tradition zu fördern und aufrecht zu erhalten, erteilt Ihnen gern Auskunft:
Karl-Jürgen Bestmann, Borsflether Büttel 28, 04824/513 oder
Werner Köhler, Schulstr. 9, 04824/790

...dass der Borsflether Gesangverein im Jahre 2001 sein 125jähriges Jubiläum feiert? Der Verein wurde im Herbst 1876 als Männerchor gegründet. Es schlossen sich einige sangesfreudige Herren zusammen und wählten einen Schullehrer als Dirigenten. Damals hatte Borsfleth noch eine eigene Schule und Lehrer, die musikalisch begabt waren. Sie gaben den Ton mit Geige oder Klavier an. Gesungen wurde im Gasthaus. Es gab damals mehrere in Borsfleth. Jedoch wurde meistens "Zur Verlathschleuse" bei Ruhser gesungen.
Die Anteilnahme der Bevölkerung an den Sängerfesten war sehr groß. Der ganze Ort wurde zu solch einem Fest geschmückt. Blumenschmuck an den Haustüren, Girlanden über die Straßen waren die Regel. Beim Umzug durch die Straßen waren ebenfalls geschmückte Kutschen für die Älteren dabei. Der jährliche Sängerball war das größte Fest im Jahr für die Bevölkerung Borsfleths. Diese Tradition ging bis ziemlich in die Neuzeit. Dann wurden die Sänger weniger, die Schule wurde aufgelöst, Lehrer als Dirigenten gab es nicht mehr und es ist schwer, heutzutage einen Chorleiter zu finden und wenn dann nur gegen gute Kasse. Man kam zu dem Entschluss, dass jeder Sänger seine Ehefrau, Partnerin oder Freundin jedoch auch neue Interessenten/innen mitbringen möge und so entstand der Borsflether gemischte Chor. Der heutige Bestand an Sängerinnen und Sängern liegt bei 19 Frauen und 10 Männern dazu 20 bis 25 fördernde Mitglieder.
Der Borsflether Chor ist mit einem französischen Chor aus Pleuville befreundet. Alle 2 Jahre finden gegenseitige Besuche statt und die Freundschaften werden gepflegt. Im Jahre 2001 werden die Borsflether Sängerinnen und Sänger wieder nach Pleuville reisen, um dort die Gemeinschaft zu vertiefen.
Zum 125jährigen Jubiläum im nächsten Jahr soll ein Empfang in Form eines Kommerses mit Abordnungen einiger Vereine stattfinden. Ein Fest im größeren Rahmen ist leider aus Platzgründen nicht möglich.
Wer Lust und Interesse hat - ob weiblich oder männlich - im Verein aktiv mitzuwirken ist herzlich willkommen. Ansprechpartner bzw. Auskunft erteilen: Werner Köhler, Schulstr. 9 oder Renate Kliemann, Ploogkamp 1.
W. Köhler


Vor 50 Jahren: Letzter Schulneubau

Am 07.06.1950 erfolgte der erste Spatenstich für den Bau der neuen Schule in der Rotdornallee. Am 06.07.1950 war dann die Grundsteinlegung, die Einweihung erst am 17.08.1951.
In den Grundstein wurde eine Flasche mit dem zur Zeit gültigem Geld und einer Urkunde eingemauert. Der Text dieser Urkunde schildert sehr gut die Situation zur damaligen Zeit in unserer Gemeinde und soll hier wiedergegeben werden:
"Nachdem im zweiten Weltkriege 1939 - 1945 die Hitlerdiktatur versagte, die Russen bis zur Elbe vordrangen und im Mai 1945 die bedingungslose Kapitulation erfolgte, ergoss sich ein großer Strom Flüchtlinge und Vertriebene aus dem Gebiet östlich der Elbe über Westdeutschland, besonders nach Schleswig-Holstein und Niedersachsen. So stieg auch die Einwohnerzahl in Borsfleth innerhalb weniger Wochen von ca. 600 auf 1400, ebenso stieg die Zahl der Schulkinder von 80 auf 256. Deshalb musste die Zahl der Lehrerstellen von 2 auf 4 erhöht werden. Da in unserem Schulhause nur 2 Klassenzimmer und in der Gemeinde keine passenden Räume vorhanden waren, musste der Unterricht in zwei Schichten durchgeführt werden. Da dies ein unhaltbarer Zustand war, musste man sich mit dem Gedanken eines Schulneubaus vertraut machen. Nach der Währungsreform 1948 hob sich die westdeutsche Wirtschaft, dadurch standen wieder Baumaterialien zur Verfügung; da beschloss der Gemeinderat im Herbst 1949 den Neubau dieser Schule.
Die besonders schwierigen Verhandlungen mit der Landesregierung über Kredite und Vergabe der Bauarbeiten verzögerte den Anfang, so dass erst jetzt nach Jahren mit dem Bau begonnen werde konnte. Auch jetzt sind die Schwierigkeiten noch nicht ganz behoben.
Der Gemeinderat beschloss, die Maurer- und Zimmerarbeiten an die Firma Fr. Peters-Borsfleth zu vergeben, die zwar nicht das billigste Angebot gemacht hatte, aber in der Gemeinde dafür bekannt ist, dass ihre Arbeiten solide und dauerhaft sind (siehe altes Schulhaus). Die Regierung lehnt dies ab. Der Gemeinderat als Träger des Bauvorhabens glaubt, das Recht dazu zu haben, die Vergabe der Arbeiten nach eigenem Ermessen durchführen zu lassen und hat die Firma Peters beauftragt mit dem Bau zu beginnen. Und somit ist heute durch den Maurerpolier Johannes Harder der Grundstein zum neuen Schulhause gelegt worden. Die Kosten des Baues sind mit 101000 DM berechnet worden.
Die Zeichnungen, Berechnungen und Bauaufsicht führen die Architekten Kempe und Wiebe, Itzehoe, durch. Der Gemeinderat glaubt, dass mit der Anlage dieses Kapitals, das in dieser schweren Zeit eine empfindliche Belastung für jeden einzelnen Bewohner der Gemeinde ist, doch ein guter Zweck erfüllt wird, denn dieses Opfer kommt unseren Kindern zugute.
Mögen die Kinder, die diese Schule verlassen, aufrechte Menschen werden, die jeder Situation gewachsen sind. Mögen sie sich ihrer Pflicht den Mitmenschen gegenüber bewusst sein, aber auch den Mut besitzen, ihr Recht zu verteidigen.
Bürgermeister im Ort ist Hinrich Bestmann.
Zum Gemeinderat gehören: Hinrich Bestmann, Hans Siemen, Otto Schlüter, Heinrich Seismann, Fritz Peters, Julius Bratzke, Heinrich Sturm, Wilhelm Eggers, Fritz Niedfeldt, Georg Aschmons.
Die Bauaufsicht liegt in den Händen von Georg Peters, Richard Mohr, Rudolf Habermann.
Zur Zeit sind als Lehrkräfte an der Schule tätig: Schulleiter Fritz Hartwich aus Königsberg/Pr. (6.,7. ,8.Jahrg.)., Gustav Möser (5.+6.Jahrg.), Otto Renz (3.+4.Jahrg.), Fritz Adloff aus Lablaiken Kr. Labiau (1.+2.Jahrg.). Schulrat ist Peter Sothmann.
An Geld ist im Umlauf: Aus Kupfer 1+2 Pfennigstücke, aus Bronze 5+10 Pfennigstücke, aus Nickel 50 Pfennigstücke, aus Papier 1, 2, 5, 10, 20, 50 und 100 Markscheine mit amerikanischem Format.
Borsfleth, den 6.Juli 1950
gez.: Bestmann, Siemen, Habermann, Otto Renz, Hartwich, G. Peters, Johs. Harder"

Nach Auflösung der Borsflether Schule 1973 wurde die "Neue Schule" verkauft. Sie wird heute als Wohnhaus genutzt.
Michael Boldt


Wir wünschen allen unseren Lesern eine frohe Weihnacht und einen guten Start in das nächste Jahrtausend!

Willkommen 2001!