BZ 49 - Weihnachten 2008





Harnische, zerbrochene Degen



Unter dieser Überschrift weist der Audio Guide des Glückstädter Museums auch auf ein Fundstück aus Borsfleth hin. 1907 wurde beim Bau der neuen Verlathschleuse ein dreimal durchschossener Brustharnisch gefunden, der im Museum ausgestellt wird. Aus derselben Zeit wurden auch Funde in Bahrenfleth und Kollmar gemacht. Dazu der Audio Guide (Man kann ihn als praktischen Museums(sprach) führer kostenlos im Museum ausleihen):

"Diese Funde bezeugen das Schicksal von drei feindlichen Landsknechten an drei verschiedenen Orten der Kremper und der Kollmar Marsch. Wahrscheinlich waren es Plünderer, die beim Einfall der Schweden 1643/45 oder 1657/58 die Elbmarschen drangsalierten. Das ließen sich die Marschbewohner durchaus nicht immer widerstandslos gefallen. "Weil aber die Nachbarschaft wacker auf ihrer Hut gewesen, da sie die Reuter gesehen ankommen, machen sie Lärm, lösen das Gewehr und opponieren sich denen schwedischen Reutern." Öfter haben die Marschbauern schwedische Soldaten, die sich hier "sehr unnütze gemachet, wacker abgedroschet und weggejaget."

So günstig sind die drei Marodeure in Kollmar, Bahrenfleth und Borsfleth nicht davongekommen. Sie wurden umgebracht und dort versenkt, wo die Gewässer am tiefsten waren. Die zornigen Bahrenflether entehrten den, den sie erwischt hatten, indem sie seinen Degen zerbrachen. Die Borsflether haben dem Plünderer die drei Löcher nicht etwa im Kampf in den Harnisch geschossen. Ein so präzises Zieldreieck ist ausgeschlossen. Auch wäre der Panzer durch Schüsse aus einigem Abstand nicht durchschlagen worden. Im Königlichen Armeemuseum in Stockholm gibt es einen gleichartigen Harnisch, auf den ist aus zwanzig Schritt Distanz ein Musketenschuss abgegeben worden. Nur eine kleine Delle war die Wirkung. Im vorliegenden Fall werden drei wütende Borsflether dem zu Boden geworfenen Feind ihre Feuerrohre direkt auf die Brust gesetzt und losgebrannt haben."

Die Musketen wurden mit Lunten- oder schon mit Radschloss gezündet und hatten ein Kaliber zwischen 15 und fast 20 mm.

Öffnungszeiten: Mittwoch und Sonntag 14 - 17 Uhr, Donnerstag bis Samstag 14 - 18 Uhr


Weisheit aus Japan


Die größte Kulturleistung eines Volkes sind die zufriedenen Alten.


Das Wetter in Borsfleth vor 100 Jahren


Die Witterung verlief im Ganzen normal und muß im Durchschnitt als recht trocken bezeichnet werden.

Während die Heuernte wegen des schönen Wetters sehr gut verlief, zeigte sich die Kartoffelseuche trotz der geringen Feuchtigkeit sehr früh. Obst war recht knapp. Auch die Rapssaat und das Korn wurden gut geborgen, wenn beide Ernten auch wegen des geringen Sonnenscheines 14 Tage später als gewöhnlich waren. Die Rapssaat stieg im Preise auf die Tonne mit 28 Mark. Besonders der Herbst und der Winter waren trocken, so daß überall Wassermangel herrschte. Ziemlich starker Frost setzte zwischen Weihnachten und Neujahr und abermals Anfang Februar mit scharfem Ostwind ein; erst Mitte März 1909 wurde die Witterung milder.



Schon gehört? / probiert? Borsflether Meerrettichmus


Zutaten: 1 l Fleischbrühe, 100-125 g Semmelmehl, frisch geriebener Meerrettich, Salz, Zucker
Fleischbrühe aufkochen, Semmelmehl einrühren und 30 Minuten ausquellen lassen. Dann Meerrettich nach Geschmack dazugeben, noch einmal aufkochen lassen. Mit Salz und Zucker abschmecken. Je nachdem, wie dünn oder dick die Soße sein soll, nimmt man mehr oder weniger Semmelmehl oder mehr oder weniger Fleischbrühe.
(Aus Kürtz: Kochbuch aus SH)


Kirchennachrichten


Am 14. Dezember, den 3. Advent, findet die Glockenweihe statt. Die Predigt hält Propst Dr. Bergemann. Der Gottesdienst beginnt diesmal schon um 9.30 Uhr!
Wahrscheinlich wird am Sonnabend um 14.00 Uhr eine der neuen Glocken geschmückt in einem Umzug durch das Dorf gefahren, während die andere in der Kir-che im Altarraum aufgestellt werden soll.
Weihnachtsgottesdienst: Am Mittwoch, den 24. Dezember (Heiligabend), ist um 15.00 Uhr Gottesdienst mit Krippenspiel mit dem Kindergottesdienst-Team und um 17.00 Uhr Christvesper mit Pastor Dr. Schulz unter Mitwirkung des Gemischten Chores Borsfleth.


Kirchenvorstandswahl


Am 30. November fanden nach dem Gottesdienst in der Zeit von 12.00 bis 18.00 Uhr im Pastorat die Wahlen zum Kirchenvorstand statt. Er wird für 6 Jahre gewählt. 7 Kandidaten standen zur Wahl, 6 sollten gewählt werden. Alle Kandidaten hatten sich im Gottesdienst am 2. November der Gemeinde vorgestellt. Des Weiteren hing die Kandidatenliste mehrere Wochen im Kasten für die Kirchennachrichten aus. Wahlbe-rechtigt waren 425 Gemeindemitglieder, gewählt haben - einschließlich Briefwähler - 107. Das ergab eine Wahlbeteiligung von 25,2 %. Damit lagen wir, übrigens wie immer, weit über den Durchschnitt. Es durften maximal 6 Kandidaten angekreuzt wer-den. Folgende Kandidaten/innen wurden gewählt (4 Stimmzettel waren ungültig):
  • 1. Michael Boldt, 78 Stimmen
  • 2. Hans-Hermann Bahr, 75 Stimmen
  • 3. Christiane Gehner, 70 Stimmen
  • 4. Gertrud Ruhser, 66 Stimmen
  • 5. Dirk Lorenzen, 65 Stimmen
  • 6. Christina Schmidt-Paulsen, 64 Stimmen
Das 7. Kirchenvorstandsmitglied ist normalerweise immer der /die PastorIn, der/die auch meistens Vorsitzende(r) des Kirchenvorstandes ist.


Jugendarbeit


Zurzeit wird ein Plan für die Jugendarbeit 2009 erarbeitet, der voraussichtlich bis zum 15.01.2009 fertig gestellt sein wird. Auf einer Arbeitstagung sind schon zahlreiche Ideen gesammelt worden. Die Gemeindevertreterin Kirsten Boltzen hatte sie in der Ausschusssitzung am 2. Dezember kurz vorgestellt. Der Ausschuss bittet jedoch noch um weitere Anregungen und Ideen. Hier ist besonders die Jugend gefordert aber auch Vereine sollten sich mit entsprechenden Angeboten für Jugendliche einbringen. Meldet Euch mit Euren Vorschlägen bitte bei Kirsten Boltzen, Büttel 100, Tel.: 389929.


Die Fuge


Gott schuf das Holz mal hart, mal weich.
Doch eins, sprach er ist immer gleich:
Es wird nie rasten, wird nie ruh'n,
wird arbeiten und stets was tun.
Und so gab er dem Holz die Zellen.
Jetzt konnt' es schwinden und auch quellen.
Doch als es schwand, wurd's plötzlich klar:
Da war ein Stück, wo nichts mehr war.
Und da sprach unser Herr, der kluge:
Mein liebes Holz, das ist die Fuge.
Trag sie mit Achtung und mit Stolz,
an ihr erkennt man dich als Holz.
Auch Fugen sind ein Stück Natur.
Begreif es, Mensch, sei nicht so stur!

(Verfasser konnte nicht ermittelt werden)


Neues von Kirchenglocken


Am Donnerstag den 6. November fuhr eine Delegation von 12 Borsflethern mit Pas-tor Dr. Schulz zum Glockenguss in das Kloster Maria Laach in der Vulkaneifel. Untergekommen waren wir im 4 km entfernten Mendig, bekannt durch sein "Vulkan-Bräu" und durch das Vulkanmuseum. Für letzteres hatten wir leider nicht genügend Zeit.
Ursprünglich sollten wir am Guss unserer eigenen Glocken teilnehmen, der sich aber krankheitsbedingt um eine Woche verschoben hatte. Wir fuhren trotzdem und sind dafür durch eine ausführliche und sehr interessante Führung belohnt worden. Wir konnten aber die fertigen Formen unserer zukünftigen Glocken sehen. Sie erfordern den Hauptteil der Arbeit. Diese Formen werden anschließend in eine Grube gesenkt, die mit Erde aufgefüllt und festgestampft wird. So fängt man den erheblichen Druck beim Gießen auf und verhindert das "Aufschwimmen" von Formteilen.
Wir erinnern uns an Schiller und an seine Glocke: "Festgemauert in der Erden, steht die Form aus Lehm gebrannt." Mit dem Mauern fängt es tatsächlich an. Als erstes wird der Kern - der spätere Hohlraum der Glocke - grob aufgemauert und mit einem Gemisch aus Lehm, Häcksel und Pferdemist (die Pferde dürfen nicht zuviel Grünfutter gehabt haben!) mit Hilfe einer um die Achse drehenden Holz-Schablone fertig gestellt und geglättet. Diese Schablone wird meistens für jede Glocke neu gefertigt und ist ein Produkt aus Berechnung und Erfahrung. Mit ihr wird zum größten Teil schon der Ton der zukünftigen Glocke festgelegt. Unsere Glocken sollen auf G und B gestimmt sein und werden zwischen 700 kg und 800 kg wiegen.
Jetzt muss der Kern von innen heraus getrocknet werden. Dazu werden, um ein Beispiel zu geben, für den Kern einer 1000 kg Glocke 500 kg Briketts benötigt! Nachdem eine Trennschicht aus Graphit auf den Kern aufgebracht worden ist wird anschließend über den Kern die so genannte "falsche Glocke" aus Lehm geformt. Auch sie wird wieder mit einer Trennschicht, diesmal ein Gemisch aus Rindertalg und Schweineschmalz, versehen. Jetzt wird als letztes Teil die Außenform aufgebaut. Nachdem alles getrocknet ist, wird die Außenform abgehoben, die "falsche Glocke" herausgenommen und Kern und Außenform wieder zusammengefügt. Jetzt kann eingegraben und gegossen werden.
Nach dem Laienbruder Michael, der die Gießerei mit zwei Hilfskräften betreibt, treten immer wieder Überraschungen auf, das kennzeichnet auch ein altes englisches Sprichwort: "Er staunt wie ein Glockengießer!"
Wir sahen anschließend noch den Guss mehrerer kleiner Glocken. Auch hier wurde man an Schiller erinnert: "Weiße Blasen sah ich springen, wohl! die Massen sind in Fluß Auch vom Schaume rein muß die Mischung sein, " - Bruder Michael schöpfte vor dem Gießen die Schlacke von der Schmelze ab. "Doch, bevor wirs lassen rinnen, betet einen frommen Spruch!" - Das übernahm Pastor Dr. Schulz, mit dem wir dann gemeinsam das Vaterunser beteten.
Nach Besichtung der Klosteranlage mit Abteikirche, Besuch der Schweineställe, Einkauf im klostereigenen Bio-Laden, Begutachtung des Buch- und Geschenkartikelladens, Wanderung zum Laacher See, Stärkung im Kloster-Restaurant nahmen wir noch am Abendgebet mit gregorianischen Gesängen der Mönche in der Abteikirche teil. Damit schloss ein ereignisreicher Tag.


Der Buchtip


Dieter Bönig, "Itzehoe und der Kreis Steinburg", Lebensräume an Stör und Elbe
ISBN 978-3-86037-367-5, 120 Seiten, Format: 24 x 30 cm, gebunden. 17,90

Flüsse und Seen, Marsch und Geest. Man braucht nicht viele Worte, um die Landschaft rund um Itzehoe zu beschreiben. Wer ein Bild von dieser Stadt und dem Kreis Steinburg vermitteln möchte, muss schon etwas ausführlicher werden. Denn Itzehoe ist vielschichtiger als es der erste Blick vermuten lässt und im Kreis Steinburg treffen Mittelalter und Moderne unmittelbar aufeinander. Ein Buch für Einwohner, Freunde und Besucher dieser liebenswerten Idylle vor den Toren Hamburgs.

Das Buch:
Der Autor Dieter Bönig führt seine Leser mit diesem Großband auf einer Entdeckungsreise durch Itzehoe und den Kreis Steinburg. Er findet und zeigt unsere Region mit ihrem hohen Freizeit- und Erholungswert und Menschen mit dem Herzen auf dem rechten Fleck. Eine reiche und bunte Geschichte seit dem Mittelalter lebt bis heute in den Traditionen der Region.
Durchgehend farbige Fotos dokumentieren die Attraktionen des Landes von der Marsch bis zur Geest auf 120 Seiten. Lauschige Ortsansichten, prächtige Villen und viele kreative Highlights locken selbst die verwöhnten Hamburger in Scharen an die Stör. Wichtigstes Element ist das Wasser. Ob als Handelsweg oder als Erholungsfaktor waren und sind die Häfen dieser Region ein wichtiger ökonomischer und ökologischer Faktor.
Das Buch widmet sich einfühlsam den Entstehungsgeschichten der Dörfer, Städte und Gemeinden und verbindet Vergangenheit und Gegenwart auf sehr praktische Weise. Anregungen für eigene Entdeckungen gibt es in Hülle und Fülle - sowohl für den Besucher wie für die Einheimischen.
Auch Borsfleth wird unter der Überschrift "Klinkerstraße mit Geschichte" auf zwei Seiten mit Text und mehreren Fotos gewürdigt.

Der Autor:
Dieter Bönig wurde 1953 in Hamburg geboren und lebt als Autor und Journalist am Rande der Hansestadt. Der Vater von zwei Kindern ist begeisterter Motorradfahrer und liebt es, das Hamburger Umland mit offenen Augen und einem kritischen Geist zu durchstreifen.


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Der Kreis führt zurzeit eine große Online-Umfrage zur Breitbandversorgung im Kreis Steinburg durch. Um dem Land gegenüber deutlich zu machen, wie drin-gend notwendig Verbesserungen in diesem Bereich sind, ist es wichtig, dass sich möglichst viele Haushalte an der Umfrage beteiligen. Zur Breitbandumfrage kommen Sie hier:Umfrage Breitbandversorgung
Weitere Informationen finden Sie unter:Information Kreis Steinburg


Bücherei


Immer dienstags -
nur nicht in den Schulferien -
von 14.00 - 16.00

und 19.00 - 19.30 Uhr !!!
(Fast) ständig neue Bücher !!!
Große Auswahl an Kinder- und Jugendbüchern!
Die Borsflether Chronik kann hier übrigens auch gekauft werden - noch immer für 18 !


Unseren Lesern wünschen wir ein frohes Weihnachtsfest und ein glückliches, erfolgreiches
Neues Jahr 2009!

Michel Boldt und Armin Stern